Die Trends sind wohl kaum mehr zu leugnen – aber was wird daraus zum Beispiel in Deutschland gemacht

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Die Trends sind wohl kaum mehr zu leugnen – aber was wird daraus zum Beispiel in Deutschland gemacht

Wenn der Verzicht auf Fleisch nun auch die Börse erfasst, muss ja wohl etwas daran sein. Die Aktien von Börsennewcomer Beyond Meat erreichen unerwartete Höhenflüge und führen auch einer bislang kaum erfassten Zielgruppe vor Augen, wie sich die Trends geändert haben. Dazu die durch Plastikmüll in den Meeren angeheizte Verpackungsdebatte, die häppchenweise deutsche Abkehr vom Dieselmotor. Da die Ordnungspolitik all diese Probleme nur viel zu unentschlossen angreift, wird allerorten erst einmal das Heil in neuen Produkten und Angeboten gesucht: Fleischärmere Kost, E-Roller und nicht zu vergessen: immer mehr Anläufe zu Bio-Produkten.

Nehmen wir bewusst einmal als Ausgangspunkt die Ankündigung von Edeka, eigene Bio-Supermärkte eröffnen zu wollen. An den früheren Beispielen von Rewe kann man gut erkennen, dass selbst ein damals trendiges Design wie das von Temma das nicht herausreißt, ebenso wie allein innovative Angebote wie frischer Kuchen im Glas es nicht richten können. Die Basis eines erfolgreichen Bio-Supermarktes liegt immer noch in dem Angebot, welches Biokunden für ihren Alltag benötigen: Das sind in erster Linie die Lebensmittel, die solche Kunden für ihren Alltag wünschen, also frisches Obst und Gemüse sowie ein alltagstaugliches Angebot aus Kühlung und Tiefkühlung in Sachen Milchprodukte, Aufschnitte sowie all das, was man gewöhnlicher Weise da findet und in diesem Punkt unterscheiden sich die eingefleischten Biokunden kaum von denen, die erst langsam dazukommen. Allein das durch die alteingesessenen Biomarken wie Rapunzel & Co repräsentierte Trockensortiment reich auch typisch überzeugten Biokunden nicht mehr. Was den Kern solcher Angebote ausmacht hat beispielsweise in Norddeutschland Budnikowsky in unendlichen Test herausgefunden: Neben einem überzeugenden Trockensortiment Angebote für Basisfrische für den Haushalt.

Und man sieht ja sehr gut, wie das heute auch in den Alnatura-Fachmärkten umgesetzt wird. Die kranken allenfalls daran, dass dort frische wünschenswerte Frischeangebote bei Fleisch, Wurst und Tiefkühlprodukten nicht in wünschenswerter Breite umsetzt werden können und deshalb noch immer schwächeln.
Dass daneben Trockensortiment nicht gleich Trockensortiment ist zeigt der Vergleich des dm-Bioangebots mit Alnatura. Nach der Trennung von dm und Alnatura musste man auch bei Alnatura erkennen, dass der Wunsch nach veganen Produkten, nach Bio-Trends und vor allem nach Convenience auch im klassischen Biomarkt ein echter Verbraucherwunsch. Auch wenn soziologische Konstrukte immer noch gern einen Biokunden vom Rest der Käufer unterscheiden möchten, gerade die Drogeriemärkte sind ein sprechendes Beispiel dafür, wie die Verbraucherwünsche nach gesunder Ernährung, schadstoffarmer Kosmetik und Haushaltsreinigung gepaart mit möglichst discountähnlichen Preisen immer mehr miteinander verschmelzen. Und selbst Discounter sehen heute, dass gesündere Ernährung bei Kunden ein dauerhafter Wunsch ist. Bei deren schmalen Sortimenten ist allerdings die dauerhafte Warenpräsenz für den Biokunden noch immer ein Problem.

2019-05-09T16:07:57+02:00 05. Mai 2019|News|0 Kommentare

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