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Das Ökobarometer 2016: Wie Deutsche über Bio-Produkte denken und wie sie ihre Haltung zu Bio beschreiben

16. Februar 2016 - 7:59 -- Dr. Klaus-Jürge...

So eine Umfrage fördert ein paar Selbstverständ-lichkeiten und ein paar Erwartungen, die man erfüllen möchte, zutage. In welchen Bereichen die Deutschen Bioqualität kaufen: Vorweg Bio-Eier, das nicht allein wegen des besseren Geschmacks, sondern vielleicht auch aus Misstrauen gegen sonstige Massenproduktion, Erinnerung an Skandale und mehr. Danach rangiert Bio-Obst und Bio-Gemüse wohl auch aus Misstrauen gegenüber erlaubten Pestizid-Rückständen, ein wenig in der Hoffnung auf mehr und besseren Geschmack. Unter den nennenswerten Kategorien landen dann noch Kartoffeln und etwas weiter hinten dann noch Fleisch- und Wurst-Waren und Milch und Milchprodukte, dies alles wohl auch aus Gründen der Tierhaltung, bei Brot, Fisch und Teigwaren wird es dann schon deutlich weniger mit der Entscheidung für Bio. Wohl doch eine Bestätigung der These, dass Biokonsum einen Grund benötigt. Wenn es – wie bei Fisch – nur ganz bedingt noch eine nachvollziehbare Bioproduktion gibt, sinkt die Bereitschaft, sich darauf einzulassen und bei Süßwaren und Alkohol fehlen die Argumente.

Die Grundgesamtheit der Konsumenten, die sich stärker auf Biolebensmittel einlassen möchten, liegt zwischen 20 und 25 %, mehr Frauen als Männer und eher im West des Landes. Man kauft angeblich am liebsten im Supermarkt, dann im Discount,  danach bei Bäckern, Metzgern, dann noch auf dem Wochenmarkt und beim Fachhandel Bio. Aber es wäre vermutlich falsch solche Zahlen pauschal zu lesen.  Da kann man getrost eine Art geteilten Markt annehmen: Den einen Teil, der wissend und informiert gezielt einkauft – schließlich ist die Entscheidung für Bio auf einer Bildungs- und Statusfrage – und den anderen Teil, für den doch – und das sagt man ja nicht so deutlich bei Umfragen – die Mitnahme im Discount die Hauptsache ist.  Die angebotenen Typisierungen der Befragung muss man sehen. Selbst hier gaben nur 3% an, sich ausschließlich mit Bioprodukten zu ernähren. Bei einem Gesamtumsatzanteil von 4,4% der Lebensmittel dürfte das sogar noch weniger sein. Im engeren Zirkel gibt es sicher noch eine Gruppe, die die wichtigsten Bioprodukte häufiger einkauft, unter den Kunden mit über 3000 Euro Einkommen, in Städten mit höherer Bildung etc.

Ach ja – und freiwillig auf Fleisch verzichten wollen auch vor allem Frauen, die in der Regel sowieso nicht ganz so gern Fleisch essen Will sagen – die epochale Trendwende gibt’s hier nicht, vielleicht etwas Veränderung in die richtige Richtung, aber das in kleinen Schritten, wie schon in der Vergangenheit

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