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Nielsen spricht von einem Paradigmenwechsel der deutschen Verbraucher: Man ißt anders, man kauft anders. Nicht mehr billig, sondern Qualität

11. April 2017 - 19:55 -- Dr. Klaus-Jürge...

"Deutsche sind „Bewusste Esser“: Nur zehn Prozent essen alles und achten nicht auf ihre Lebensmittel
- Nielsen-Studie: Mehr als die Hälfte der Deutschen (51%) setzt auf regionale Produkte, ein Drittel (31%) reduziert Fleischkonsum
- Hauptgrund für alternative Ernährung ist die eigene Gesundheit (45%)
- Fast drei Viertel (72%) der Deutschen sind bereit, für qualitativ hochwertige Lebensmittel einen höheren Preis zu zahlen

Weniger Fleisch, Zucker, Fett oder mehr Bio, Qualität und Regionalität – ganz gleich worauf die deutschen Verbraucher achten, bewusste Ernährung ist im Kommen. Das Ranking der alternativen Ernährungsstile führen regionale Produkte an (51%), gefolgt von der Fokussierung auf hohe Qualität (48%). Auf den Plätzen drei bis fünf der alternativen Ernährungsstile stehen reduzierter Fleischkonsum (31%) sowie eine zuckerarme (23%) und fettarme (22%) Ernährung. Außerdem gibt jeder zweite Deutsche an „Alles-Esser“ zu sein. Trotzdem zeigt sich hier beim genauen Hinschauen, dass auch diese Konsumenten bezüglich ihrer Ernährung auf bestimmte Dinge achten und genauso wie die “Bewussten Esser“ auch zum Beispiel ihren Fleischkonsum reduzieren oder sich möglichst salzarm ernähren. Im Ergebnis achten somit 90 Prozent der deutschen Verbraucher bei ihrer Ernährung auf bestimmte Produkte und Inhaltsstoffe. Das ist das Ergebnis der Food-Studie von Nielsen, einem globalen Performance Management Unternehmen, das Informationen und Erkenntnisse zum Medien- und Konsumverhalten von Verbrauchern liefert. Darin wurden über 10.000 deutsche Haushalte dazu befragt, warum sie sich für alternative Ernährungsstile entscheiden, was sie dazu antreibt und wie konsequent sie sich an ihre Ernährungsregeln halten.

Paradigmenwechsel bei der Ernährung

„Wir beobachten aktuell einen Paradigmenwechsel bei der Ernährung! Dahinter steht der Wunsch nach ehrlichen Produkten sowie einer ethischen und moralischen Verträglichkeit der Lebensmittel. Der Unterschied liegt in der Selbstwahrnehmung. Ernährungsideologien bieten dem Konsumenten Entlastung von der Eigenverantwortung bei der Einteilung in „gute“ und „böse“ Lebensmittel“, erläutert Anne-Kathrin Haubert, Expertin für Bewusste Esser und Senior Business Consultant bei Nielsen. 

Gesundheit als Hauptgrund für eine alternative Ernährung

Die eigene Gesundheit ist für die Bewussten Esser der Hauptgrund dafür, die eigene Ernährung zu überdenken und umzustellen. „Die Konsumenten fassen den Begriff der Gesundheit sehr viel weiter: Für sie bedeutet Gesundheit nicht nur, dass ihr Körper einwandfrei funktioniert und sie keine akuten körperlichen Leiden haben. Es geht ihnen vielmehr darum, sich wohl zu fühlen und körperlich und seelisch auch durch ihre Ernährung im Einklang zu sein“, so Anne-Kathrin Haubert. 

Während für Verbraucher, die auf Bio-Produkte setzen, vor allem das Misstrauen gegenüber den industriell gefertigten Produkten im Vordergrund steht, ist bei einer zuckerarmen Ernährung überwiegend der Wunsch nach einer körperlichen Optimierung ausschlaggebend. „Lebensmittel müssen heute mehr denn je nicht nur gut schmecken, sondern auch den vorherrschenden Werten genügen“, erläutert Anne-Kathrin Haubert.

„Hauptsache billig“ nicht mehr ausschlaggebend – Vertrauen und Qualität als Treiber der Bewussten Esser

72 Prozent der deutschen Verbraucher sind bereit, für Qualität bei Lebensmitteln mehr zu zahlen. Konsumenten mit einer alternativen Ernährung ist vor allem die Nachhaltigkeit ihrer Lebensmittel wichtig, wohingegen die reine Preisfokussierung eher das Terrain der „Alles-Esser“ ist. Anne-Kathrin Haubert: „Der Paradigmenwechsel bei der Ernährung führt zu einem anderen Preisempfinden und viele Verbraucher sind dadurch wieder bereit, mehr für Lebensmittel zu bezahlen. Das Motto „Hauptsache billig“ verliert bei den Bewussten Essern an Bedeutung. Gute Ernährung wird als ein Investment in die eigene Gesundheit gesehen. Niedrige Preise bei Lebensmitteln werden von den Bewussten Essern sogar mitunter als Indikator für niedrige Qualität wahrgenommen.“ 
Bei der Frage nach der Vertrauenswürdigkeit liegen für die deutschen Verbraucher regionale Produkte mit 37 Prozent ganz vorne, gefolgt von Gütesiegeln (21%) und Bio-Produkten (16%). 
„Die Produktinformationen im Geschäft spielen bei der Einkaufsentscheidung eine enorm wichtige Rolle, denn jeder Dritte nimmt sich beim Einkauf bewusst Zeit, um etwa die Inhaltsstoffe zu prüfen,“ so Anne-Kathrin Haubert. Die Produktverpackung ist dabei mit 46 Prozent die wichtigste Informationsquelle, gefolgt von TV (39%) und Fachzeitschriften (33%). „Interessant ist zudem, dass fast jeder zweite Deutsche die Produkte umso gesünder wahrnimmt, je kürzer die Liste der Inhaltsstoffe ist.“ Jeder dritte Konsument investiert durchschnittlich ein bis vier Stunden pro Woche dafür, sich über seine Lebensmittel zu informieren."

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