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Jahresbilanz mit Bio-Touch. Was hat sich 2016 in der deutschen Handelslandschaft verändert?

14. Dezember 2016 - 6:21 -- Dr. Klaus-Jürge...

Fangen wir mit dem an, was erst auf den letzten Metern des Jahres so richtig klar wurde. Mit Kaisers-Tengelmann steigt auch ein alter Bio-LEH-Pionier aus dem Rennen. Einst mit der eigenen Bio-Eigenmarke Naturkind angetreten, ging die von Familie Haub geführte Kette an manchen Ecken einen zeichenhaften Weg: Keine Schildkrötenprodukte im Handel, frühe Listung von Gepa-Fairhandelsprodukten und die eigene Biomarke. Und nun ist Schluss.

Eine immer noch marktbedeutendere Erschütterung unter den Bioprodukten war der sehr schnelle und konsequente Ausbau der Bioeigenmarke dm-Bio. Der Drogeriemarktbereich stellt mit dieser Entwicklung auch seine Stärke als Bio-Nahversorger unter Beweis. Die neue Bio-Eigenmarke hat augenscheinlich einen sehr guten Weg in den Markt gefunden und bietet inzwischen noch ein deutlich verändertes eigenes Profil gegenüber dem früheren Alnatura-Angebot.

Ach ja – Alnatura: Durch die zunehmende Auslistung bei dm sah sich der Großhändler mit eigener Marke immer mehr gezwungen, weiter in andere Drogerie- und Lebensmittelmärkte zu gehen: Edeka, Müller, Rossmann. Der Weg dürfte immer noch keineswegs einfach sein. Aber Respekt, bei dieser Mega-Verschiebung dennoch den Einbruch zu vermeiden ist eine Leistung.

Auch wenn diese Verschiebung alle Beteiligten nicht immer vor einfache Aufgaben stellte, hat gerade diese Veränderung den Biomarkt eher beflügelt, weil er inzwischen von starken Eigenmarken-Sortimenten gepuscht wird. Man kann es auch noch einmal anders sagen: Alnatura musste den sicher ausgebauten Hafen eines überzeugenden Bio-Hafens bei dm verlassen, um in deutlich weniger entwickelnden Bioumfeldern neue Stärken aufzubauen. Insgesamt dient dieser Prozess der Branche.

Die Entwicklung stellt ferner unter Beweis, dass das Thema Bio nun eindeutig mit starken Eigenmarken besser gespielt werden kann. Herstellermarken tun sich im Biobereich in Deutschland deutlich schwerer. Die Bioentwicklung bleibt auf der Spur, mit der vor knapp dreißig Jahren startete als die Biozentrale noch „gut und gerne“ anbot und bald auch Alnatura mit dm und tegut an den Start geschoben wurde.

Ja, und ein weiterer Player, dessen Rolle im markt noch nicht so ganz klar ist, stellt diese Tendenz unter Beweis: Veganz. Schlicht eine Marke, die den Zug der Zeit aufnimmt und bedient. Sie bietet sehr schnell eine Menge Trendprodukte. Allerdings ist sie im Moment nicht in der Lage, diese zu den typischen Konditionen der übrigen starken Eigenmarken zu bieten.

Was wird aus all dem für die Zukunft sehen: Wenig bleibt, wie es ist. Gerade der Lebensmitteleinzelhandel lebt von Dynamik und Innovation. Und auf diesem Gebiet verdanken die Bioprodukte ihren neuerlichen veganen Verwandten eine Menge zusätzlicher Aktualität. Der Kern der Verbrauchernachfrage nach Bio wird immer deutlicher der Wunsch nach einer guten, den Körper erhaltenden Ernährung.

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