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Ernährung in Deutschland - eine aktuelle Momentaufnahme

5. Januar 2016 - 16:30 -- Dr. Klaus-Jürge...

Ja, es ist schon eine gute Sache, wenn der für Landwirtschaft zuständige Minister sich einmal generell von einem großen Marktforschungsinstitut zusammenstellen lässt, wie es um die Ernährungsgewohnheiten der Deutschen steht. Ja, Männer mögen noch immer eher Fleisch, nein die Deutschen sind nur zu einem kleinen Anteil wirklich Vegetarier. Pasta ist sehr beliebt und, - wen wunderts – fast die Hälfte der Männer gibt an mehrmals täglich Fleisch zu essen, unter denen, die angeben, nie Fleisch zu essen, sind es nur 1% der Männer und 6 % der Frauen.

Vor allem in Ballungszentren geben 16 % der Bevölkerung an, mit Allergien zu kämpfen, um die 20 % der Bevölkerung kämpfen mit Lightprodukten und Verzicht auf Fett und Zucker gegen ihr Übergewicht. Frauen verhalten sich insgesamt etwas ernährungsbewusster als Männer. Der verstärkte Einkauf im Bioladen und in Hofläden nimmt erst ab der Lebensmitte spürbar zu und liegt dann immerhin bei je 10%. Für die jüngeren Konsumenten spielen Werbung und Preis der Produkte eine größere Rolle, die älteren kaufen gezielter Produkte aus der Region.

Die Basis, um sich im Lebensmittelangebot zu profilieren bleibt schmal: Der Wunsch abzunehmen, sich allergierecht zu ernähren, dann irgendwann das Bewusstsein für Regionalität und Bio und irgendwann auch noch der Verzicht auf zu viel Fleisch. Und dann sind wir aber auch schon den kleinen Prozentbereichen angekommen.

Ach ja – und die Sünden. Die meisten ahnen, dass die Massenproduktion von Tieren für Lebensmittel nicht ideal ist, auch müsste man vielleicht den Landwirten ein besseres Einkommen zubilligen und ja – vielleicht auch generell mehr an die Umwelt denken. Ja man wäre vielleicht auch bereit, etwas mehr Geld dafür auszugeben.

Die Darstellung und Ergebnisse mögen nicht alle freuen, sie wirken jedoch realistisch, wenn man sich zum Beispiel anguckt, dass wohl am meisten Reste von Obst und Gemüse sowie Brot in der Tonne landen sollen. Klingt alles sehr lebensnah.

Und was könnten wir daraus lernen?  Ja hoffentlich nur sozusagen die Erkenntnis, dass die Deutschen sich ganz normal ernähren. Nein - all die Aufklärungsinitiativen über gesunde und bessere Ernährung haben den Quantensprung in der Ernährung nicht so recht bewirkt. Richtig froh machen die Erkenntnisse nicht.

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