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Agribio Union Bio Kooperative in Südwestfrankreich

31. Januar 2016 - 8:30 -- Dr. Klaus-Jürge...
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01/2016
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Seit über dreißig Jahren und mit viel Erfahrung

Agribio Union gibt es seit 1985. Es ist eine große Bio-Kooperative im Südwesten Frankreichs und sie zählt in Sachen Bioanbau zu den Pionieren.

Die Gegend selbst ist traditionell landwirtschaftlich geprägt, der Weg zu naturnahen Anbaumethoden war nie weit Das zusätzliche Glück der Gegend: Man verfügt über große zusammenhängende Landflächen. Das Klima für die Landwirtschaft ist – bezogen auf die Möglichkeiten in Frankreich durchaus nicht das schlechteste, ein mildes Klima mit ausreichend Regen, also ideal für Landwirtschaft in einem größeren Stil. Allerdings bedarf der Erhalt der Bodenqualität ständiger Pflege.

Die Größe der Kooperative ist beeindruckend und macht zugleich die Größe der Aufgabe deutlich, die dahintersteckt. Agribio Union umfaßt umfasst heute über 1000 Erzeuger im gesamten Südwesten Frankreichs. Das Gesamtproduktionsvolumen beträgt derzeit 47 000 Tonnen. Agribio Union repräsentiert damit etwa 15% der gesamten französischen Erntemenge. Die Kooperative ist in den letzten Jahren erkennbar gewachsen. Und es ist voraussehbar, dass sich die eigenen Erntekapazitäten in nächster Zeit noch erweitern.

Das Ernteangebot der Region ist hochwertig und breit gefächert

 Für eine Kooperative kann sich das Bioangebot durchaus sehen lassen: mit Brotweizen, Hartweizen, Futterweizen, Weizen, Mais, Sonnenblume, Soja , Ackerbohne, Lupine, Erbse, Kirchererbse und last not least Linsen, die in Qualität und Geschmack den Puy-Linsen um nichts nachsehen, außer sie eben nicht aus der Gegend von Puy stammen und sich folglich nicht so nennen dürfen. Das Besondere des gesamten Angebots ist seine Breite, die weit über die Konzentration großer Strukturen aug Getreide oder Ölsaaten hinausreicht.

Die Genossenschaft AgriBio Union sammelt eben Getreide, Ölsaaten und Hülsenfrüchte. Die Mitglieder sind jeweils Landwirte, die diese  Produkte anbauen, aber ihre Produktionssysteme sind sehr verschieden: Getreideproduzenten, Produzenten, die Getreide anbauen und dazu noch Wein sowie auch Nebenerwerbsbetriebe mit sehr kleinen Flächen. In dieser strukturellen Vielfalt der Mitglieder steckt die eigentlich Herausforderung im Alltag.

Vor allem der Anbau von Hülsenfrüchten paßt sehr gut in den französischen Südwesten..Er dient in dieser Gegend vor allem der Bodenverbesserung und damit letztlich dem Erhalt der Bodenqualität. Aus diesem Grund war es für die Biolandwirte eine wichtig für die Fruchtfolge, regelmäßig Hülsenfrüchte, Linsen, Bohnen und Kichererbsten anzubauen. Diese Pflanzen bilden im Boden Stickstoff und erhalten ihm so die Fruchtbarkeit.

Vor allem für diesen Anbau war es nötig, ein entsprechendes Vermarktungssystem aufbauen, dass man in Lage der Lage ist, die Erträge der für die Bodenqualität notwendigen Kulturen zu vermarkten.

Schon sehr früh dachte man hier in Lieferketten

Der landwirtschaftliche Anbau innerhalb der Kooperative war also von Anfang an nicht als Selbstzweck gedacht oder in erster Linie zum Aufbau einer starken Verkaufseinheit bestimmt. Vielmehr sollte der Zusammenschluss dazu diesen, den Bioanbau stärker auf den Markt abzustimmen und die Landwirtschaft der Region gemeinsam auf die Bedürfnisse des Marktes auszurichten.

Durch Umstellungsware stehen demnächst noch viel größere Mengen von Bioware zur Verfügung

 AGRIBIO UNION hat 2015 unter der Ernte von fast 47 000 Getreide, Ölsaaten sowie Trockengemüse einen großen Anteil von im zweiten Jahr auf Bio umgestellter Ware. Das sind über 10 000 Tonnen mehr als zuvor.Das umfasst vor allem 10 000 Tonnen Soja, davon 7 000 t Speisesoja, gedacht für die wachsenden Märkte in Frankreich, Belgien und Spanien. Ferner verfügt man über etwa 4 000 to Sonnenblumenkerne. Der jährliche Export nach Deutschland in Höhe von 300 bis 500 Tonnen könnte damit deutlich gesteigert werden. Für Gereide un d Ölsaaten ist es inzwischen ebenfalls möglich, Bioland- oder Naturland-Verbandsware zu liefern. Die Erntemengen von grünen Linsen wurde von 50 auf 100 Tonnen gesteigert, bei den roten von 30 auf 50. Kicherererbsen stiegen ebenfalls von 30 auf 50 Tonnen, weiße Bohnen auf 10 Tonnen, bei Zuckermais wurde die Ernte von 500 auf 1000 Tonnen verdoppelt und der Anbau von Leinsaat von 30 auf 50 Tonnen gesteigert.

Zum übergroßen Anteil war die Vermarktung fast ausschließlich auf den regionalen französischen Markt ausgerichtet.

So bestand seit Beginn immer ein Kontakt auch zu den in der Gross-Region ansässigen Bioverarbeitern, deren Bedarf man gegebenenfalls auf diese Weise kollektiv bedienen kann. Dazu zählen vor allem Verarbeiter von Obst und Gemüse sowie Mühlen und schon sehr früh auch Verarbeiter von Speisesoja. Heute reicht der französische Markt allein nicht mehr aus

 Die Nachfrage nach geschmackvollen kleinen Linsen, nach Bohnen aller Art und nach Kirchererbsen hat in Frankreich Tradition und die Produkte haben in den Rezepten der typisch französischen Küche ihren festen Platz. Aber mit dem Zuwachs einer hochwertigen vegetarischen Ernährung werden die Qualitäten dieser Produkte auch außerhalb Frankreichs mehr und mehr geschätzt. Die Qualität der Bio-Produkte dieser Region hat sich dadurch bereits über die Landesgrenzen hinaus ihren hervorragenden Ruf erworben.

Der große Vorteil dieser Ware ist die lückenlose Rückverfolgbarkeit ihrer Herkunft und die Tatsache, dass man der Arbeitsweise der Biolandwirte dieser Region vertrauen kann. Schließlich handelt es sich in dieser Region, um eine äußerst bodenständige, gewachsene Tradition der Biolandwirtschaft. Die ständige Sorge um die Bodenverbesserung bestärkt die Überzeugung der Landwirte für ein nachhaltiges Wirtschaften. .

Qualitätssicherung und Produktvermarktung sind die wesentlichen Leistungen von Agribio Union für die Landwirte

Die Kooperative dient in ihrem Kern dem Erhalt und der Pflege der landwirtschaftlichen Struktur einer Region. Sie baut auf die bestehenden Strukturen der Region auf und sorgt durch ihre Arbeit für die Lebensfähigkeit der Mitglieder. Und steht sie natürlich unter ständiger Beobachtung, dass sie auch die gewünschten Ziele erreicht.

Auf der anderen Seite ging es für die Vermarktung nicht nur um die Bündelung der Ernten, sondern auch um die Aufbereitung und Reinigung sowie um die Qualitätssicherung. Erst 2003 wurde eine eigene Qualitätssicherung installiert durch ihre Arbeit wurde erreicht, dass die Kooperative 2006 nach ISO 9001 zertifiziert wurde. Die Ansprüche an Qualitätssicherheit und Qualität von Bioprodukten nehmen ständig zu und es werden im Laufe der Zeit von den Abnehmern immer mehr Sicherheiten eingefordert. Der große bleibende Vorteil der Kooperative ist jedoch, dass man hier sehr nahe am Ursprung der Produkte ist und damit in hervorragender Weise die Anforderungen der Bioproduktion an Transparenz und Klarheit erfüllen kann. Insofern ist das System der Kooperative eine tolle Einrichtung, die – wenn es sie nicht schon gäbe – immer wieder neu erfunden werden müsste.

 Tendenzen im Rohwarenwandel

Die Wege für Rohwaren werden in den letzten Jahren immer direkter. In vielen Bereichen mussten sich Landwirtschaft wie Zwischenhandel umstellen. Zwischen die Anbauer und die Verarbeiter oder Weiterverkäufer fertiger Waren passen nur noch echte Dienstleistungen wie Reinigung, Veredelung, Abpackung oder Transport, aber immer weniger die Reine Verschiebung von Ware. Da ist so ein direktes Bindeglied zu den Anbauern und Landwirten vor Ort wie Agribio Union wichtig und macht es der örtlichen Produktion möglich, sich in einem wandelnden Markt zu behaupten.

 

 

 

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